Interaktive Kapazitätsplanung (Produktion)

  • Branche: Lebensmittelindustrie
  • Standort: Rheinland/Pfalz
  • Umsatz: Ca. 25 Mio. Euro
  • Mitarbeiter: Ca. 180

Ausgangssituation

Das betrachtete Unternehmen ist Spezialist für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Lebensmittel. Neben einer breiten Sortimentspalette, die ein Spektrum von kundenindividuellen Angeboten bis hin zu Handelsmarken umfasst, gelten Markterfahrung, moderne Produktionsanlagen, eine innovative Handelsforschung und der Einsatz einer abgestimmten Logistik zu den unternehmensspezifischen Stärken.

Die Produktionsplanung im SAP Standard arbeitet grundsätzlich in den beiden Schritten MRP Lauf und Kapazitätsabgleich. Nachteilig ist dabei in der Praxis immer wieder die Trennung von Termin- und Kapazitätsplanung. Im Weiteren wird am konkreten Beispiel mit der interaktiven Kapazitätsplanung ein Ansatz der WIAG zur Lösung dieses Problems aufgezeigt.

Die rollierende Vertriebsplanung des betrachteten Unternehmens erfolgt im COPA mit Datenübergabe über SOP an den Planprimärbedarf. Hier stehen nun die Vorplanungsbedarfe in Wochen-/Monatswerten zur Verfügung und eingehende Kundenaufträge werden dagegen verrechnet. Der tägliche MRP-Lauf terminiert die Planaufträge nun allein aufgrund der Bedarfstermine. Es werden ungeachtet der Kapazitätsangebote Kapazitätsbedarfe in die Arbeitsplätze gegeben. Die anschließende Einplanung der in Fertigungsaufträge umgesetzten Planaufträge mit Hilfe der grafischen Plantafel ist nun kapazitätsgetreu, jedoch ohne Beachtung der Bedarfstermine. Eine Kombination von Termin- und Kapazitätsplanung in einem Schritt ist im SAP Standard so jedoch nicht möglich.

Lösungen

WIAG hat ein ADD-ON zur Transaktion MD07 erstellt, in dem periodenweise die Reichweiten in Spalten dargestellt werden. Oberhalb dieser Spalten werden jeweils für die Periode die Kapazitätsauslastungen für Fertigungslinie und Personal angezeigt. Wenn man eine Periode mit Überlast umplanen will, so gelangt man per Doppelklick direkt in die Transaktion MD04 und weiter in „Ändern Fertigungsaufträge“. Nach geeigneten kapazitativen Anpassungen gelangt man zurück in die aktualisierte Sammelanzeige Auslastungen. Man hat damit die Möglichkeit interaktiv Termine, Mengen und somit Auslastungen innerhalb einer Transaktion zu planen.

Ergebnis

Alle Aufträge einer Fertigungslinie werden zu Beginn des Planungsprozesses einmal von der Datenbank gelesen und dann bis zum Abschluss der Beplanung dieser Fertigungslinie nur noch im Hauptspeicher gehalten. Ist die Planung einer Linie in der Transaktion MD07 abgeschlossen, so hat man für jede Periode (z.B. Woche) eine annähernd 100%ige Kapazitätsauslastung. Mit dieser Grobterminierung wird nun in der grafischen Plantafel für jede dieser Perioden eine optimale Reihenfolge der vorgesehenen Aufträge vorgenommen.

Die Produktionsplanung teilt sich ebenfalls in 2 Schritte, wobei die interaktive Planung nach dem MRP Lauf sicherstellt, dass große Kapazitätsüberlasten von Maschine und Personal vermieden werden und somit die Reihenfolgeplanung in der grafischen Plantafel zu realistischen Endterminen kommt.

Portrait WIAG Vorstand Carsten Lückel

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Carsten Lückel

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